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Ausstellungseröffnung
Hamstern, Schmuggel, Kohlenklau. Zeitzeugengespräch
Mit einem Zeitzeugengespräch wurde am 18. Januar 2010 die Ausstellung "Hamstern, Schmuggel, Kohlenklau" im Landeshauptarchiv Koblenz eröffnet. Die interessanten Berichte und Erzählungen der sieben anwesenden Zeitzeugen ermöglichten einen detaillreichen und anschaulichen Blick auf die überaus schwierigen Lebensbedingungen der direkten Nachkriegszeit.
Es fehlte an allem – an Wasser, Strom, nutzbaren Verkehrswegen und Verkehrsmitteln, an Wohnraum und an ausreichend Lebensmitteln. Der Staat versuchte den Mangel durch Rationierung und Höchstpreisgesetze zu bewältigen, aber die Lebensmittelrationen lagen weit unter dem Existenzminimum. Der Hunger war allgegenwärtig! Wollte man überleben, blieb nur die Missachtung der Gesetze und behördlichen Bestimmungen und der Versuch, auf illegalen Wegen an das Lebensnotwendige heranzukommen. Hamsterfahrten, Felddiebstähle, Schwarzmarkt und Schmuggel waren in diesen Mangeljahren an der Tagesordnung. Dieses inoffizielle Verteilungssystem rettete sehr viele Menschenleben, was natürlich auch für Politik und Verwaltung offensichtlich war. Behörden und Ordnungskräfte wie Polizei und Zoll drücken in vielen Fällen beide Augen zu!
Neben den bei der Ausstellungseröffnung anwesenden Zeitzeugen haben zahlreiche weitere Personen ihre Erfahrungen und Erlebnisse zur Verfügung gestellt. Sie bieten eine wichtige Ergänzung der Bestände des Landeshauptarchivs Koblenz, die für die Ausstellung verwendet wurden.
Die Ausstellung "Hamstern, Schmuggel, Kohlenklau" ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Landeshauptarchivs bis zum 26. Februar 2010 zu sehen.


